Standortprüfung Juni 2017

Der Kanton St.Gallen, die Stadt St.Gallen und Helvetia Versicherungen als Eigentümerin beabsichtigen, in enger Zusammenarbeit den Standort «Union»/Blumenmarkt für die neue Bibliothek zu prüfen. Dieser Standort wird in den kommenden Monaten intensiv auf seine Eignung für eine Bibliothek untersucht.

Das «Union»-Gebäude und der Blumenmarkt befinden sich an dem im Bibliotheksgesetz geforderten «zentralen Standort». Kanton und Stadt erachten diesen als attraktiv und für eine Bibliothek geeignet. Der Standort hat grosses Potenzial für das öffentliche Leben im Herzen der Kantonshauptstadt. Mit der geplanten Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt besteht die Chance auf spannende Synergien in der St.Galler Innenstadt. Anfangs 2018 ist eine Entscheidung über diesen Standort zu erwarten.

Medienmitteilung (PDF)

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Standortsuche 2016/2017

Für die gemeinsame neue Bibliothek muss ein geeigneter Standort gefunden werden, der dem Platzbedarf aller zusammengeschlossenen Bibliotheken gerecht wird. Bedingungen für den Standort sind:

a) Der Bibliotheksbau soll gross genug für alle Mitarbeitenden und alle Bestände sein.

b) Der Bau soll an einem zentralen und gut frequentierten Ort liegen.

c) Die neue Bibliothek soll mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar sein.

d) Sie soll ebenerdig zugänglich und behindertengerecht ausgebaut sein.

Die Hauptpost ist grundsätzlich gross genug, müsste aber baulich und  vor allem energetisch erneuert und weiter angepasst werden. Zudem wäre während der Bautätigkeit ein Provisorium für das Provisorium notwendig. Darum wird zurzeit ein weiterer Standort für die neue Bibliothek geprüft, und zwar der Standort «Union»/Blumenmarkt. Das «Union»-Gebäude ist im Besitz der Helvetia Versicherungen.

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Eröffnung Provisorium Bibliothek Hauptpost 2015

Ende Februar 2015 eröffnete die Bibliothek Hauptpost als Provisorium. Für Besucher und Besucherinnen sind rund 100’000 Medien der Kantons- und Stadtbibliothek an einem zentralen Ort zugänglich: die Erwachsenen-Medien der Stadtbibliothek und ausgewählte Medien der Kantonsbibliothek. Ausserdem bietet die Bibliothek Hauptpost ein Café sowie Arbeitsplätze zum Lesen, Lernen und für Recherchen an. Der grosse Erfolg der Bibliothek am zentralen Standort zeigt sich direkt bei den massgeblich gestiegenen Benutzer- und Ausleihzahlen. Der Bedarf einer gemeinsamen Bibliothek für alle Bevölkerungsgruppen ist klar erkennbar. Trotz des Erfolgs bleiben zwei Nachteile: Die Kinder- und Jugendbibliothek befindet sich noch immer an der Katharinengasse und die Hauptpost ist weiterhin ein Provisorium – sowohl organisatorisch als auch baulich.

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Kantonales Bibliotheksgesetz 2014

Das kantonale > Bibliotheksgesetz, das seit 2014 in Kraft ist, dient

a) der Sicherstellung der bibliothekarischen Grundversorgung

b) der Förderung eines zeitgemässen, leistungsfähigen und wirtschaftlichen Bibliothekswesens. (Art. 1)

Das Gesetz sieht vor, dass Kanton und Stadt St.Gallen «an zentralem Standort gemeinsam eine allgemein zugängliche Kantons- und Stadtbibliothek» errichten sollen (Art. 22). Hierzu soll die Regierung «dem Kantonsrat im Einvernehmen mit dem Stadtrat der Stadt St.Gallen innert angemessener Frist […] eine Vorlage über Errichtung, Trägerschaft, Organisation und Finanzierung der Kantons- und Stadtbibliothek» unterbreiten (Art. 24).

Bibliotheksgesetz

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Provisorien 2013-2014

Ein provisorischer Bibliotheksbetrieb der Kantonsbibliothek wird in der Hauptpost angestrebt, um dem Platzmangel entgegenzuwirken und einen Teil der Medienbestände in Freihandaufstellung anbieten zu können.

Im Juni 2013 erteilt der Stadtrat den Auftrag, auch für die Freihandbibliothek (Stadtbibliothek) eine Provisoriumsvorlage zu erarbeiten. Dieses Provisorium soll ebenfalls in der Hauptpost untergebracht werden.

Diese beiden Beschlüsse führen zu Gesprächen zwischen Kanton und Stadt, um die Schnittstellen zwischen beiden Provisorien zu optimieren. Kanton und Stadt lancieren ein Projekt, damit die zwei organisatorisch noch getrennten Bibliotheken nach aussen als eine gemeinsame Bibliothek wahrgenommen werden. Bibliothek Hauptpost

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Bibliotheksinitiative 2011 und 2012

Eine Bibliotheksinitiative in der Stadt St.Gallen sammelt 2011 rund 10’700 Unterschriften gegen die Sistierung des ursprünglichen Projekts und fordert vom Kanton, an zentraler Lage eine Bibliothek für die gesamte Bevölkerung mit multimedialem Angebot einzurichten.

Die Regierung nimmt die Hauptforderung nach einer gemeinsamen Bibliothek in ihren Gegenvorschlag auf, daraus resultiert 2014 das Bibliotheksgesetz.

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Vorgeschichte 2004 bis 2011

Nach dem Kantonsratsbeschluss von 2004 entsteht ab 2006 ein Konzept für eine gemeinsame St.Galler Bibliothek, in der die Kantonsbibliothek Vadiana, die Freihandbibliothek sowie die Frauenbibliothek Wyborada unter einem Dach zusammengeführt werden sollen. Das Ziel ist eine gemeinsame, grosszügig ausgestattete Publikumsbibliothek für alle Altersgruppen. Der Kanton St.Gallen kauft 2009 das Hauptpost-Gebäude mit dem Ziel, dort die zukünftige Bibliothek unterzubringen. Im Jahr 2011 wird das Projekt einer gemeinsamen Bibliothek aufgrund des kantonalen Sparprogramms sistiert und es soll nur für die Kantonsbibliothek, wo akute Platznot herrscht, eine provisorische Lösung gefunden werden.

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