STANDORT «UNION» / BLUMENMARKT WIRD WEITERVERFOLGT

Der Kanton und die Stadt St.Gallen werden das Projekt für eine gemeinsame Bibliothek zusammen mit Helvetia Versicherungen am Standort «Union» / Blumenmarkt weiterplanen. Der Standort wurde in den vergangenen Monaten intensiv auf seine Eignung für die Zusammenführung von Kantons- und Stadtbibliothek untersucht. Der Standort «Union» / Blumenmarkt liegt mitten in der Kantonshauptstadt und ist optimal an den öffentlichen Verkehr angeschlossen. Der Architekturwettbewerb ist im kommenden Jahr vorgesehen.

 

Die neue Bibliothek wird als «offenes Haus» konzipiert und aufgrund ihrer guten Erreichbarkeit, ihrer digitalen Angebote und Dienstleistungen für andere Bibliotheken in allen Regionen eine Strahlkraft für den ganzen Kanton entfalten. Der Zusammenschluss der Kantonsbibliothek und der Stadtbibliothek St.Gallen stellt der Bevölkerung von Kanton und Stadt St.Gallen ein zeitgemässes Bibliotheksangebot zur Verfügung und wirkt der Aufsplitterung des Bibliothekswesens in der Kantonshauptstadt entgegen.

 

Medienmitteilung (PDF)

Kantonales Bibliotheksgesetz

Das kantonale Bibliotheksgesetz, das seit 2014 in Kraft ist, dient

a) der Sicherstellung der bibliothekarischen Grundversorgung

b) der Förderung eines zeitgemässen, leistungsfähigen und wirtschaftlichen Bibliothekswesens. (Art. 1)

Das Gesetz sieht vor, dass Kanton und Stadt St.Gallen «an zentralem Standort gemeinsam eine allgemein zugängliche Kantons- und Stadtbibliothek» errichten sollen (Art. 22). Hierzu soll die Regierung «dem Kantonsrat im Einvernehmen mit dem Stadtrat der Stadt St.Gallen innert angemessener Frist […] eine Vorlage über Errichtung, Trägerschaft, Organisation und Finanzierung der Kantons- und Stadtbibliothek» unterbreiten (Art. 24).

Bibliotheksgesetz

Provisorien

Ein provisorischer Bibliotheksbetrieb der Kantonsbibliothek wird in der Hauptpost angestrebt, um dem Platzmangel entgegenzuwirken und einen Teil der Medienbestände in Freihandaufstellung anbieten zu können.

Im Juni 2013 erteilt der Stadtrat den Auftrag, auch für die Freihandbibliothek (Stadtbibliothek) eine Provisoriumsvorlage zu erarbeiten. Dieses Provisorium soll ebenfalls in der Hauptpost untergebracht werden.

Diese beiden Beschlüsse führen zu Gesprächen zwischen Kanton und Stadt, um die Schnittstellen zwischen beiden Provisorien zu optimieren. Kanton und Stadt lancieren ein Projekt, damit die zwei organisatorisch noch getrennten Bibliotheken nach aussen als eine gemeinsame Bibliothek wahrgenommen werden. Bibliothek Hauptpost

Bibliotheksinitiative

Eine Bibliotheksinitiative in der Stadt St.Gallen sammelt 2011 rund 10’700 Unterschriften gegen die Sistierung des ursprünglichen Projekts und fordert vom Kanton, an zentraler Lage eine Bibliothek für die gesamte Bevölkerung mit multimedialem Angebot einzurichten.

Die Regierung nimmt die Hauptforderung nach einer gemeinsamen Bibliothek in ihren Gegenvorschlag auf, daraus resultiert 2014 das Bibliotheksgesetz.

Vorgeschichte

Nach dem Kantonsratsbeschluss von 2004 entsteht ab 2006 ein Konzept für eine gemeinsame St.Galler Bibliothek, in der die Kantonsbibliothek Vadiana, die Freihandbibliothek sowie die Frauenbibliothek Wyborada unter einem Dach zusammengeführt werden sollen. Das Ziel ist eine gemeinsame, grosszügig ausgestattete Publikumsbibliothek für alle Altersgruppen.

Der Kanton St.Gallen kauft 2009 das Hauptpost-Gebäude mit dem Ziel, dort die zukünftige Bibliothek unterzubringen.

Im Jahr 2011 wird das Projekt einer gemeinsamen Bibliothek aufgrund des kantonalen Sparprogramms sistiert und es soll nur für die Kantonsbibliothek, wo akute Platznot herrscht, eine provisorische Lösung gefunden werden.